Fusionspläne von Volksbank und Bauverein

Erst die Verlobung, dann die Hochzeit

Geplanter Zusammenschluss von Volksbank Dill eG und Bauverein voraussichtlich 2017

Die für Mitte dieses Jahres geplante Fusion zwischen der Volksbank Dill eG und dem Wohn- und Bauverein Dillenburg muss um ein Jahr verschoben werden.

Das heißt aber nicht, dass beide Seiten kein Interesse mehr an einer Verschmelzung haben. Ralph-Uwe Orth, Vorstand bei der Volksbank und beim Bauverein hatte bereits während der Mitgliederversammlung der WB Dill festgestellt, dass der geplante Zusammenschluss weiterhin eine hohe Priorität hat. Ursprünglich sollte die Vertreterversammlung der Bank schon am 23. Juni 2016 eine Entscheidung treffen.

„Bis zur Fusion müssen eine Vielzahl von Regularien geklärt werden“, sagte Bankvorstand Armin Wickel im Gespräch mit dieser Zeitung. Rechtsanwalt und Aufsichtsratsmitglied Ralf Immel ergänzte: „Bei der Vorbereitung eines solchen Zusammenschlusses sind vor allen Dingen steuerrechtliche und juristische Fragen zu beantworten, für die es keine Blaupause gibt. Die genossenschaftliche Idee müsse genauso beachtet werden, wie betriebswirtschaftliche Hintergründe. Immel sprach in diesem Zusammenhang von „einem Spagat, der noch viele Fragen aufwerfen könnte.“

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Ein aus Mitgliedern der Aufsichtsräte und der Vorstände von Volksbank und Bauverein bestehender Ausschuss klärt im Vorfeld der Fusion wichtige Fragen. Ihm gehören (von links) Rolf Immer, Ulrich Benner, Ralph-Uwe Orth, Werner Rodenbach, Volker Pletka, Rüdiger Reese, Antje Iske und Armin Wickel an. (Foto: privat)

Ausschuss klärt offene Fragen

Gleichwohl sind beide Parteien sich in der Zwischenzeit auch formell näher gekommen. Wie die Vorstände von Volksbank und Bauverein berichteten, haben sie einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Wickel sprach in diesem Zusammenhang von der „Verlobung“. Der Vertrag bringe zum Ausdruck, dass beide Parteien das Ziel der Fusion weiter intensiv verfolgen wollten.

Um Antworten auf die zahlreichen im Rahmen der Fusion auftauchenden Fragen zu finden, haben Kreditinstitut und Bauverein einen Ausschuss gebildet, der die Fusion weiter vorantreiben soll. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, setzt sich dieser aus Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Vorstandes beider Genossenschaften zusammen.

Bereits bevor die Fusion voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres über die Bühne geht, erhoffen sich die beiden Partner im Rahmen der bereits vereinbarten Kooperation vor allen Dingen im administrativen Bereich Synergien. Zu Kosteneinsparungen soll es beispielsweise in sich überschneidenden Aufgabenbereichen kommen. Als Beispiele nannte Wickel die Hausverwaltung der Gebäude der Volksbank inklusive Pflege und Bewirtschaftung. Für den kaufmännischen Bereich sollten noch Aufgaben ermittelt werden.

Bevor es zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages kam, haben sich die Aufsichtgremien beider Genossenschaften für die „Verlobung“ ausgesprochen. „Wir stehen als Aufsichtsrat zu dieser Entscheidung und sind davon überzeugt, dass dadurch das genossenschaftliche Modell noch deutlicher in unserer Region sichtbar wird“, sagte der Aufsichtratsvorsitzende des Bauvereins, Rüdiger Reese.

Im Dezember 2015 hatten Volksbank und Bauverein ihre Fusions-Pläne öffentlich gemacht. Gemeinsam wollen sie die durch eine alternde Bevölkerung bedingten Herausforderungen besser meistern. So geht es beispielsweise darum, bezahlbare und seniorengerechte Wohnungen zu bauen. (hk)